Neun österreichische Seen und wofür sie taugen
Österreich hat mehr Badeseen mit Trinkwasserqualität als viele Länder mit Meeresküste. Die Frage ist selten, ob ein See schön ist, sondern ob er zu deinem Tag passt.
Die österreichische Seenlandschaft teilt sich grob in drei Gruppen: flache, warme Steppenseen im Osten, tiefe Alpenseen im Salzkammergut und in der Steiermark sowie die südlichen Seen Kärntens, die von allen am frühesten badetauglich werden.
Diese Übersicht sortiert neun Gewässer nicht nach Schönheit – das entscheidet ohnehin das Licht am jeweiligen Tag –, sondern nach Nutzbarkeit: Wie kommt man hin, wie kalt ist es, wie viel Ufer ist öffentlich, und wofür eignet sich der Ort wirklich?
Die Übersicht auf einen Blick
| See | Region | Anreise ohne Auto | Wasser im Hochsommer |
|---|---|---|---|
| Alte Donau | Wien | U-Bahn, sehr einfach | 22–25 °C |
| Neusiedler See | Burgenland | Bahn + Bus, einfach | 24–28 °C, sehr flach |
| Wörthersee | Kärnten | Bahn direkt am Ufer | 23–26 °C |
| Weißensee | Kärnten | Bahn + Bus, mäßig | 20–24 °C, sehr klar |
| Millstätter See | Kärnten | Bahn, einfach | 22–25 °C |
| Grundlsee | Steiermark | Bahn + Bus | 19–22 °C |
| Altausseer See | Steiermark | Bahn + Bus | 18–21 °C |
| Attersee | Oberösterreich | Bahn + Bus/Schiff | 20–24 °C |
| Gosausee | Oberösterreich | Bus ab Hallstatt | 14–18 °C, kalt |
Die Temperaturangaben sind Erfahrungswerte für Juli und August in Ufernähe. Alpenseen kühlen nach Kaltfronten schnell ab und brauchen mehrere warme Tage, um sich zu erholen; Flachseen reagieren umgekehrt sehr schnell auf Hitze.
Für einen freien Nachmittag
Die Alte Donau in Wien ist der praktischste Badesee des Landes: mit der U1 erreichbar, mit Strandbädern, Tretbooten und Uferpromenaden ausgestattet. An heißen Wochenenden ist es voll, aber der See ist groß genug, dass sich das im nördlichen Teil verliert.
In Kärnten hält der Wörthersee eine Bahnlinie direkt am Ufer – Velden, Pörtschach und Klagenfurt-Ost sind ohne Auto erreichbar. Die kleineren Strandbäder zwischen den bekannten Orten sind meist angenehmer als die großen Anlagen und kosten weniger Eintritt.
Für Landschaft und Ruhe
Der Weißensee in Kärnten gilt als einer der saubersten Badeseen der Alpen. Ein großer Teil des Ufers steht unter Schutz und ist nur zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar, was ihn ruhiger macht als die großen Kärntner Seen. Der Altausseer See im steirischen Salzkammergut lässt sich in gut zwei Stunden umrunden, mit Blick auf den Loser und ohne nennenswerte Steigung.
Der Gosausee ist kein Badesee, sondern ein Ausblick: Der Dachstein spiegelt sich bei Windstille im Wasser, ein ebener Rundweg führt in etwa einer Stunde herum. Wer wirklich hineinspringt, tut das kurz und mit Publikum.

Für lange Tage am Wasser
Der Attersee ist der größte See, der vollständig in Österreich liegt, und ein Klassiker für Segeln und Tauchen. Rund um Weyregg, Steinbach und Unterach gibt es öffentliche Zugänge; die Schifffahrt verbindet die Orte und ersetzt an manchen Tagen den Bus.
Der Neusiedler See funktioniert völlig anders: durchschnittlich gut einen Meter tief, von Schilf umgeben, mit ständigem Wind. Das macht ihn zum Revier für Surfer und Segler, aber auch zum wärmsten Badegewässer des Landes. Beachte: Der Wasserstand schwankt stark, und bei anhaltender Trockenheit sind manche Zugänge eingeschränkt.
Regeln, die am Ufer wirklich gelten
- Nicht jedes Ufer ist öffentlich. Privatgrund, Bootshäuser und Hotelstrände sind zu respektieren, auch ohne Zaun.
- Schilfzonen sind Lebensraum, kein Einstieg. Sie dienen der Wasserqualität und dem Vogelschutz.
- Sonnencreme mindestens 20 Minuten vor dem Baden auftragen und einziehen lassen.
- Bei Gewitterwarnung sofort raus – Alpenseen können innerhalb von Minuten kippen.
- Müll, auch Zigarettenstummel, wieder mitnehmen; viele Badeplätze werden ehrenamtlich betreut.
- Beim Springen von Stegen auf Wassertiefe und Schwimmer achten, besonders in flachen Buchten.
Wann sich der Weg lohnt
Die Badesaison beginnt in Kärnten oft schon Mitte Juni, im Salzkammergut selten vor Anfang Juli. Der September ist an tiefen Seen häufig der beste Kompromiss: Das Wasser hat die Sommerwärme gespeichert, die Ufer sind leer und die Luft ist klar genug für weite Sicht.
Ein See ist selten überlaufen. Überlaufen ist immer nur der eine Zugang, den alle kennen.
Häufige Fragen
Welcher See ist am wärmsten?
Der Neusiedler See, weil er im Schnitt nur gut einen Meter tief ist und sich schnell aufheizt. Danach folgen der Wörthersee und der Millstätter See in Kärnten.
Kann man in österreichischen Seen bedenkenlos schwimmen?
In den meisten ausgewiesenen Badegewässern ja; die Wasserqualität wird regelmäßig geprüft und ist überwiegend ausgezeichnet. Aktuelle Werte findest du in den Badegewässerprofilen der Bundesländer.
Welche Seen erreicht man ohne Auto am besten?
Alte Donau in Wien, Wörthersee und Millstätter See in Kärnten sowie der Attersee über Bahn und Schiff. Bergseen wie der Gosausee brauchen zusätzlich einen Regionalbus.
Kostet der Zugang zum Wasser Eintritt?
Strandbäder verlangen meist Eintritt, oft zwischen 4 und 9 Euro. Daneben gibt es an fast allen Seen freie Uferabschnitte, die allerdings weniger Infrastruktur bieten.
Sind Hunde an den Seen erlaubt?
In Strandbädern meist nicht, an ausgewiesenen Hundestränden und vielen freien Uferstellen schon. Die Regelungen unterscheiden sich je Gemeinde, ein Blick auf die Beschilderung lohnt.